a
Lorem ipsum dolor sit amet, consecte adipi. Suspendisse ultrices hendrerit a vitae vel a sodales. Ac lectus vel risus suscipit sit amet hendrerit a venenatis.
12, Some Streeet, 12550 New York, USA
(+44) 871.075.0336
silverscreen@edge-themes.com
Links
Follow Us
Nach der Stille
play-rounded-fill
02:21
(CC) DEUTSCHE UNTERTITEL

Nach der Stille

Nach der Stille

Zwei Frauen durchbrechen den Teufelskreis der Gewalt

Die Israelin Yael Armanet verliert ihren Mann bei einem Selbstmordattentat eines Palästinensers aus Jenin und macht sich, inspiriert durch die Geste von Ismael Khatib, auf den Weg, um die Familie des Selbstmordattentäters in Jenin zu besuchen und Antworten auf das Geschehen zu erhalten. Der Film wurde vom Palästinensischen Kino Jenin ermöglicht und mitproduziert.


Originalsprachen : Englisch, ArabischUntertitel : GermanLänge : 90 minutesVeröffentlichung : 2024

Facebooktwittermail

Gewidmet Dov Chernobroda

Eine jüdische Frau verliert ihren Mann bei einem Selbstmordattentat in Israel. Auf der Suche nach Antworten beschließt sie, in die Westjordanland nach Dschenin zu reisen, um die Eltern des Selbstmordattentäters zu treffen.

31. März 2002: In Haifa sprengt sich ein palästinensischer Selbstmordattentäter in einem Restaurant in die Luft und tötet dabei 15 Menschen. Unter den Opfern ist der Architekt und Friedensaktivist Dov Chernobroda, der sich zeitlebens für eine Verständigung zwischen Juden und Arabern eingesetzt hat. Acht Jahre später entschließt sich seine Witwe Yaël die Familie des Attentäters im Westjordanland zu besuchen. Der Film begleitet sie bei ihrer Annäherung und zeigt, wie Yaël die Idee ihres verstorbenen Mannes in die Tat umsetzt.

“Mit überwältigender Kraft zu einem Neuanfang“

Süddeutsche Zeitung

“Die Geschichte einer unglaublichen Begegnung“

Spiegel Online

“Natürlich, berührend und mit einer versöhnlichen Botschaft“

TAZ

“Jeder Mensch hat einen Namen. Deswegen nenne ich ihn nicht mehr „den Terroristen“, ich nenne ihn Shadi Tobassi.“

Yaël Armanet-Chernobroda

Trilogy of Hope

Drei Filme erzählen Geschichten von Freiheit und Frieden

Die drei Filme “Das Herz von Jenin”, “Cinema Jenin” und “Nachder Stille” erzählen auf wunderbare Weise die komplexe Geschichte Palästinas am Beispiel der Stadt Jenin. Es sind drei Filme der Hoffnung, aber auch der Verzweiflung. Vor allem aber zeigen diese Geschichten, dass es sich lohnt zu träumen.

Mehr Information

Director´s Statement

von Jule Ott und Stefanie Bürger

„Warum hat er das getan?“ fragen uns die Leute immer wieder, jetzt, nachdem wir aus Jenin zurück sind. Nachdem wir seine Familie kennen gelernt haben. Nachdem wir dasselbe seinen Vater, seinen Bruder gefragt haben.

Warum geht ein junger Mann morgens aus dem Haus, verabschiedet sich von seinen Eltern wie an jedem anderen Tag? Sagt noch, er käme nicht so spät zurück von der Arbeit und zündet ein paar Stunden später den Sprengstoffgürtel unter seinem Shirt? Acht Jahre nach dem Attentat versuchen wir zu verstehen, was unvorstellbar scheint.

Wir sind zum ersten Mal ins Westjordanland gereist, auch Israel kennen wir noch nicht. Alles ist neu, alles anders. Über den Konflikt wissen wir, was man in den Nachrichten darüber lesen kann – ferner Naher Osten. Und plötzlich sind wir dort. Zwei Wochen nach unserem Studienabschluss. Wir sind noch Studentinnen, als Marcus Vetter, unser Dokumentarfilmdozent am Ende des Seminars fragt, was wir nach unserem Studium machen wollen. Wir haben Träume, aber noch keine einzige Bewerbung losgeschickt. Als Erstlingsregisseurinnen einen Doku-
mentarfilm drehen zu dürfen, kommt uns in diesem Moment gar nicht in den Sinn.

Eineinhalb Jahre später sind wir Regisseurinnen und Marcus Vetter ist unser Produzent. Wir sind Teil des unglaublichen Cinema Jenin Projekts geworden.
Ein Projekt, das Chancen gibt: uns wird zugetraut, einen 90-minütigen Dokumentarfilm zu drehen. Es ist die Vision, dass es funktionieren kann, Vertrauen in eine Idee zu haben. Wir fühlen uns durch Marcus‘ Rückendeckung, durch seine Überzeugung gestärkt und ermutigt mit dem Dreh zu beginnen.

Ob die Familie etwas geahnt habe, fragen wir Zakaria Tobassi, den Vater des Attentäters, als wir ihn das zweite Mal treffen. Zwei junge Filmemacherinnen, unerfahren – was das Filmemachen angeht, aber natürlich auch gegenüber der arabischen Kultur. Der Vater rät uns freundlich Kopftücher zu tragen, wenn wir in den Himmel kommen möchten. Wir nicken und fragen nach dem Warum, nach der Zeit davor, nach der Zeit danach, ob er seinem Sohn etwas angemerkt habe. Habe er nicht, beteuert der religiöse Mann.

Ein paar Tage später nimmt uns unser palästinensischer Produzent Fakhri Hamad zur Seite. Er ist aufgeregt: „Ihr habt ihn tatsächlich gefragt, ob er etwas wusste? Seid ihr euch im Klaren, welche Konsequenzen das für die ganze Familie haben kann – angenommen der Vater hätte etwas geahnt? Solche Fragen wecken Misstrauen. Ihr könntet vom Mossad sein.“

Danach drehen wir lange nicht. Wir kommen nicht an die Familie heran. Also besuchen wir sie immer wieder. Einfach so, ohne Kamera, oft auch ohne Übersetzer. Wir zeigen Photos von unseren Familien in Deutschland, reden mit Händen und Füßen, sie bringen uns ein bisschen Arabisch bei und versuchen sich selbst an ein paar Brocken Englisch zu erinnern .

Das Ganze ist ein langsamer Prozess und wir haben den Luxus mit einem in der Filmbranche seltenen Gut zu arbeiten: viel Zeit. Nur deshalb können wir in schwierigen Situationen gelassen bleiben, improvisieren und uns auf die Familie und ihren eigenen Rhythmus einlassen. Wir gewinnen ihr Vertrauen, sie das unsere. Wir verstehen mehr und mehr, sie vertrauen uns mehr und mehr an und dann dürfen wir die Kamera wieder mitbringen.
„Wie habt ihr das geschafft“, fragt ein Israeli ungläubig. „Wie habt ihr sie dazu gebracht zu sprechen?“ Wir haben sie nicht dazu gebracht. Sie haben es selbst entschieden. Aber sie haben uns vertraut.

Unsere große Stütze ist das Cinema Jenin. Ein verfallenes Kino, das seit einem Jahr von vielen palästinensischen und internationalen Helfern wieder aufgebaut wird. Im Guesthouse nebenan können wir wohnen, hier finden wir Freunde, hier arbeitet auch Fakhri, unser palästinensischer Produzent.

Wenn Vater Tobassi in sich horcht, weiß er, dass diese Frauen ihm gegenüber nicht vom israelischen Geheimdienst kommen. Vielleicht hält er uns für ein bisschen naiv, aber keinesfalls für gefährlich. Wenn wir in uns horchen, dann wissen wir, dass er wirklich nichts von den Plänen seines Sohnes geahnt hat. Dafür mag uns manch anderer vielleicht für ein wenig naiv halten.

Irgendwann fragen wir gar nicht mehr danach. Wir wollen nicht erklären müssen, warum Shadi sich und 15 weitere Menschen umgebracht hat. Es soll ein Film werden, der Einblick in die Gefühlswelt der Hinterbliebenen gibt. Wir wollen davon erzählen, was danach kommt, nach dem Tod, nach der Stille, nach dem Schock. Was aus den Angehörigen geworden ist und was die Toten ihnen hinterlassen haben. Dov, der israelische Architekt und Friedensaktivist, der von einem Splitter tödlich am Hinterkopf getroffen wurde, hat eine Idee zurückgelassen: Es kann keinen Frieden geben, wenn die Feinde nicht miteinander sprechen.

Acht Jahre nach dem Attentat traut sich die Witwe Yaël, Shadis Familie in Jenin zu besuchen. Bestimmt auch ein bisschen, weil sie uns vertraut. Die Familie Tobassi hat den Mut, die Israelin in ihr Wohnzimmer nach Jenin einzuladen.

Diese behutsame Annäherung beider Seiten wollen wir erzählen.

“Es wird keinen Frieden geben, bis die Feinde anfangen zu reden.“

Dov Chernobroda

Presse & Rezensionen

“Wir haben ihn nicht geschickt”

Der Film von Bürger und Ott ist natürlich anrührend und hat eine versöhnliche Botschaft.
taz.de

Filmkritik: Nach der Stille

Wenn ein emotionalisierendes Drama in Form einer Dokumentation sich der schwierigen Thematik des Nahostkonfliktes annimmt, ist es klar, dass es nicht nur auf Gegenliebe stoßen wird.
Filmstart.de

Frauen kämpfen für den Frieden

Der Film erzählt die Geschichte der Israelin Yael Armanet-Chernobroda, die ihren Mann Dov bei einem Selbstmordattentat verlor und nach Palästina reiste, um dort die Familie des Attentäters zu treffen und Versöhnung zu suchen.
Südkurier

Interview mit Produzent Marcus Vetter

Nach der Stille“ zeigt eindrucksvoll, dass Versöhnung ein Zusammenleben im Nahen Osten möglich machen kann.
Text zum Film

“Es war als würde ich ein Buch schließen”

Mit übermenschlicher Kraft zu einem Neuanfang: Eine israelische Witwe trifft die Eltern des palästinensischen Selbstmordattentäters, der ihren Mann tötete.
Süddeutsche Zeitung

Nach der Stille: Familie treffen im Feindesland

“Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte einer unglaublichen Begegnung”
Spiegel Online

Mut zum Träumen

“Und jetzt hat der Film sein Leben ohne uns begonnen”, sagt sie und lächelt.”
Süddeutsche Zeitung

Hand in Hand – Der Dokumentarfilm “Nach der Stille”

Tod, Trauer und ein emotionales Treffen.
Kulturzeit

Festivals & Auszeichnungen

Festivals

2011 Deutschland Doc.Fest Munich
2011 Deutschland Fünf Seen Festival
2011 Deutschland Stuttgarter Filmwinter
2011 Polen Festival Camera Obscura
2011 Israel Haifa International Filmfestival
2011 UAE Dubai International Filmfestival
2011 Deutschland Filmfest Osnabrück
2011 Deutschland Cinema For Peace
2012 USA Worldfest Houston
2013 USA Palm Beach Jewish Film Festival
2013 Australien Jewish Film Festival Brisbane

Auszeichnungen

2011 Horizonte-Film Award Fünf Seen Filmfestival
2011 Grand Prix de Ryszard Kapuscinski
2011 Cinema for Peace Award
Nominated for Best Documentary
2011 Audience Award Doc.fest Munich
2012 Gold Remi – International Houston Filmfestival

“Irgendwann schrieben sie in den Nachrichten, dass Shadi Tobassi das Attentat begangen habe. Ich konnte das nicht begreifen. „Ist das wirklich mein Bruder, der sich in die Luft gesprengt hat?“ Dann habe ich auf seinem Handy angerufen. Die Leitung war tot.“

Said Tobassi

Impressionen

aus dem Film