Auf der DVD von „Der Tunnel – Die wahre Geschichte“ sind neben einer kleinen DVD-Vorschau noch einige Lesungen von damals beteiligten zu finden. Eine sehr gelungene Dokumentation mit viel Hintergrundwissen. Die Original-Mitschnitte zeigen eindrucksvoll, wie schwer es wirklich war dieses Projekt auf die Beine zu stellen, und wie dieses tatsächlich gelang.

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Am 13. August 1961 schkießt die DDR die Sektorengrenzen in Berlin. Über Nacht wird die Stadt geteilt. Eine Flucht in den Westen wird von Tag zu Tag gefährlicher. Doch am 14.September 1962, genau ein Jahr, einen Monat und einen Tag nach dem Bau der Mauer gelingt einer Gruppe von 29 Menschen aus der DDR die spektakuläre Flucht durch einen 135 Meter langen Tunnel in den Westen. Mehr als 4 Monate haben Studenten aus Westberlin diesen Tunnel gegraben. Sie haben ihr Leben aufs Spiel gesetzt - für Freunde, Verwandte, Geliebte und politische Ideale. Weil den Tunnelbauern schon nach wenigen Metern das Geld ausgeht, kommt ihnen die Idee, den Fluchttunnel zu vermarkten. Sie verkaufen die Filmrechte an der Geschichte exklusiv an die NBC, einen amerikanischen Fernsehsender. Und so ist zum ersten Mal in der Filmgeschichte eine Kamera hautnah bei der Flucht von Menschen unter der Berliner Mauer dabei. Bilder, die wenige Tage nach der Kubakrise um die Welt gehen. Nach dem Tunnelbau haben sich die Wege der Studenten wieder getrennt. Vier von ihnen haben sich jetzt nach vielen Jahren noch einmal in Berlin getroffen.

Marcus Vetter hat ihre abenteuerliche Geschichte in Szene gesetzt. Eine Geschichte, die von Mut und Hoffnung erzählt - in Mitten des kalten Krieges.

Im Mai 1962 beginnen vier Berliner Studenten einen unglaublich verrückten Plan umzusetzen: Durch einen Tunnel unter der Mauer wollen sie ihre Familien und Freunde in den Westen holen. Genau 1 Jahr, 1 Monat und 1 Tag nach dem Bau der Mauer ist es soweit – sie brechen durch den Kellerboden eines Ostberliner Hauses. In einem dramatischen Wettlauf gegen die Zeit müssen die Flüchtlinge zu ihrem Treffpunkt gelangen. Innerhalb weniger Stunden fliehen 29 Menschen durch den 135 m langen Tunnel in den Westteil der Stadt, bevor einbrechendes Grundwasser ihn vollständig flutet. 37 Jahre später berichten die einstigen Helden von ihrer Tat und ihren Motiven. In Interviews mit Zeitzeugen, in Zeitdokumenten, dem Originalfilmmaterial des Fernsehsenders NBC und nachgestellten Szenen wird das Geschehen von damals noch einmal lebendig.

In den Nachtstunden des 13. Augusts 1961 wurde die Sektorengrenze geschlossen. Und fassungslos erfuhren Sonntags Spaziergänger im freien Teil der Stadt, das Ostberlin abgeregelt ist. An der Sektorengrenze fahren Panzer auf. Bis auf den Millimeter genau, an den Rand des kommunistischen Herrschaftsbereichs. West- und Ost-Berlin sind voneinander getrennt. Anfangs war der Gang über die Grenze zwischen West- und Ost-Berlin recht harmlos. Die „Mauer“ war erst nur ein Stacheldrahtzaun, und wies erhebliche Mängel und Löcher auf. Doch dies war schnell vorbei, schwer bewaffnete Wachen pattroulierten entlang der Grenze, nun mussten andere Wege gefunden werden.

Vier Studenten aus West Berlin hatten die Idee, Freunde und Verwandte mit Hilfe eines Tunnels aus dem kommunistischen Osten zu befreien. Es war ein sehr steiniger Weg bis dahin, und riskant war es natürlich auch. Wären sie erwischt worden, wären sie alle im Zuchthaus gelandet. Auch Rückschläge in ihrem Vorhaben haben sie hingenommen. So brach zweimal Wasser in den Tunnel ein, und das Unternehmen wäre fast gescheitert. Doch es ging immer irgendwie weiter, und dann war es soweit. In den Nachmittagsstunden des 14. September 1962 gelangten 29 Männer, Frauen und Kinder durch den Tunnel unter dem Todesstreifen der Berliner Mauer in die Freiheit. Es war die größte Massenflucht seit dem Bau der Mauer.

Fünf Monate lang hatte die Gruppe von Studenten die Fluchtröhre vom Gelände einer stillgelegten Fabrik in West-Berlin aus in den Keller eines Ost-Berliner Wohnhauses vorangetrieben. Der amerikanische Fernsehsender NBC dokumentierte das spektakuläre Projekt mit einem Kamerateam: Von der Planung, über den ersten Spatenstich, bis zum glücklichen Ende. NBC finanzierte damals das Projekt, auch die CIA war in das Vorhaben der Studenten eingeweiht. In dieser 90-minütigen Dokumentation schildern die damals beteiligten (Erbauer des Tunnels und Flüchtlinge) noch einmal die Höhepunkte jener dramatischen Flucht, die Weltruhm erlangte.


Eine Produktion von ARD, SWR und ARTE

Produktionsjahr 2000
Länge 89 Minuten
Eine Produktion des ARD, SWR, ARTE
In Kooperation mit Filmperspektive GmbH
Regie Marcus Vetter
Regieassistenz Achim Johne
Kamera Christoph Lerch
Immo Rentz
Jörg Widmer
Schnitt Renate Nebe
Ton Rudolf Schwarz
Heiko Toman
Licht Achim Johne
Redaktion Susan Schulte (SWR)


Awards

2000  Adolf Grimme Preis
2000 Deutscher Fernsehpreis
2000 Deutscher Kamerapreis Schnitt
2000 Prix Europa
2001 Jupiter Award


Festivals

2000  Dokumentarfilm Festival Leibzig
2003 Hot Docs, Canada

"Der Tunnel": Große Tunnel-Gefühle
Tagesspiegel, 19.01.2001

"Der Tunnel": Operation Mauerloch
Tagesspiegel, 14.01.2001

Drei Mal Deutscher Fernsehpreis für Produktionen des SWR

SWR, 11.10.2000

SWR-Film "Der Tunnel" erhält Grimme-Preis
Südwestrundfunk, 10.03.2000

Deutsch-deutsche Geschichte im Spiegel des Grimme-Preises
Grimme Preis Aktuell, 2000

Der Tunnel - ein Rückblick

Lorettofest, 2000

September 1962: Ein Tunnel wird von West - nach Ostberlin gegraben
Phoenix, 03.10.2009