Die Dokumentation „Hunger" erzählt, wie Menschen, Gruppen und Organisationen versuchen, die weltweite Ernährungsproblematik in den Griff zu bekommen. Für den Film sind die Journalistin Karin Steinberger (Buch) und der Dokumentarfilmer Marcus Vetter (Buch und Regie) nach Kenia, Indien, Mauretanien, Brasilien und Haiti gereist und haben dort Menschen porträtiert, deren Leben chronisch vom Hunger geprägt ist.

Neben Einzelschicksalen werden die sozialen, politischen und ökonomischen Umstände beleuchtet, die die Tragödie verursachen. Dabei kommen Themen wie die sogenannte Grüne Gentechnik, die EU-Fischerei-Politik, der fehlende Zugang zu Wasser, die Verdrängung des Nahrungsmittelanbaus zugunsten der Futtermittelproduktion und die Auswirkungen von Billigimporten auf die Entwicklungsländer zur Sprache.

Gesendet wurde der 90-minütige Dokumentarfilm im Rahmen der ARD-Themenwoche „Essen ist Leben" am 25. Oktober 2010 im Ersten. „Hunger" ist eine Produktion der Eikon Südwest im Auftrag des SWR, die vom ehemaligen DED und der früheren GTZ unterstützt wurde.


Die vielen Gesichter des Hunger

Einer von sieben Menschen weltweit geht hungrig zu Bett, alle fünf Sekunden verhungert ein Kind. insgesamt haben 850 Millionen Menschen zu wenig zu essen. 25.000 Menschen sterben täglich am Hungertod und seinen Folgen, das sind neun Millionen Menschen im Jahr. Eine erschreckende Bilanz. Die in den letzten Monaten enorm gestiegenen Preise für Lebensmittel und Rohstoffe wirken sich auf die Armen und Ärmsten der Welt dramatisch aus: Da die Bewohner zahlreicher Entwicklungsländer nur zum geringen Teil in der Lage sind, selber für ihre Ernährung zu sorgen bzw. im Lande seit langem vorwiegend für den Export produziert wird, sind sie auf Nahrungsmittelimporte angewiesen und können sich diese vielfach nicht mehr leisten. Seit Jahrzehnten kümmern sich große internationale Organisationen wie IWF, WTO, Weltbank, EU, G8 sowie staatliche, kirchliche und regierungsunabhängige Einrichtungen darum, das Problem 'Hunger' zu lösen. Doch die Zahl der Hungernden wächst - von Tag zu Tag. Hunger ist die Folge wirtschaftlichen, politischen und ökologischen Fehlverhaltens von Menschen und Regierungen.


Die Ursachen sind vielfältig: staatliches Missmanagement, Folgen von Globalisierung und Abschaffung von Schutzzöllen, Naturkatastrophen wie Dürren und Überschwemmungen, Kriege. Der Dokumentarfilm 'Hunger' erzählt in fünf bis sieben Geschichten, warum es Hunger gibt und wie Menschen, Gruppen und Organisationen darum ringen, eines der schlimmsten sozialen, politischen und ökonomischen Probleme unserer Tage zu lösen. Die Geschichten, die hier erzählt werden, sind sehr nahe an den Menschen, die Hunger leiden oder diesen bekämpfen. Sie verdeutlichen das Problem Hunger und die Machtstrukturen, die dahinter stehen. Der Dokumentarfilm macht auf den globalen Zusammenhang des Themas aufmerksam. Ihm ist es ein Anliegen, nicht nur Missstände und Katastrophen zu benennen und aufzudecken, sondern auch die positiven Ansätze, das Problem Hunger zu lösen, deutlich werden zu lassen. Der Film soll nicht nur Betroffenheit, sondern auch Hoffnung auslösen. Hunger als Folge von Naturkatastrophen soll ausgeklammert bleiben. Nicht jedoch bewaffnete Konflikte sowie die Folgen des vom Menschen bedingten Klimawandels. Gleichermaßen soll das Thema Hunger in den industrialisierten Ländern nicht betrachtet werden.


Marcus Vetter und Karin Steinberger

Eine Produktion von ARD und SWR

Produktionsjahr 2009
Länge 89 Minuten
Format HD/35 mm
Eine Produktion von ARD, SWR
In Kooperation mit Filmperspektive GmbH
Buch & Regie Marcus Vetter
Karin Steinberger
Kamera Thomas Mauch
Ton Klaus-Peter Schmitt
Schnitt Saskia Metten
Redaktion Gudrun Hanke-El Ghomri
Peter Latzel
Auszeichungen Evangelischer Medienpreis 2001
Nominierungen

Grimme-Preis 2011
Deutscher Fernsehpreis 2011

Festivals International Documentary Festival Amsterdam 2009
Food and Film Festival 2011

Trotz Rohstoffrecihtum bettelarm – Wer profitiert vom Hunger?
Netzfrauen.org, 30.07.2016

Dokumentation– Preis für den Hunger

Saarklar, 8.11.2013

Evangelischer Medienpreis für sechs Radio- und TV-Produktionen
Evangelische Lirche in Deutschland, 25.08.2011

Ein Film über Ursachen und Lösungsstrategien

von Marcus Vetter und Karin Steinberger
Bundeszentrale für politische Bildung, 28.06.2011

ARD-Doku über Hunger: Rosen rein, Lebensmittel raus

Spiegel Online, 25.10.2010


Hunger – Über ein globales Problem
Tagesspiegel, 24.10.2010

Dokumentation Hunger – Kekse aus Schlamm

Frankfurter Rundschau, 24.10.2010

Die vielen Gesichter des Hungers
3Sat Programmankündigung


Interview mit Marcus Vetter & Karin Steinberger

Dennis Wilms spricht mit den Autoren Marcus Vetter und Karin Steinberger über den Film Hunger im SWR1 Interview.

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3Sat Interview mit Karin Steinberger

Seit Jahren schon beschäftigt sich Karin Steinberger mit Entwicklungsthemen und beschreibt die Mechanismen, die zu Hunger auf der Welt führen.

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